Aktuelle Projekte und Forschungsinteressen

Forschungsinteresse

    • Mobilität, kulturelle Kontakte und Technologietransfer in der Bronze- und Eisenzeit Europas
    • Bestattungssitten und -rituale vom Neolithikum bis zur Eisenzeit
    • Archäologische Geschlechterforschung
    • Wissenschaftsgeschichte: Archäologinnen des 19. Jahrhunderts


Aktuelle Vorträge

Raum und Bestattungssitten. Spuren des gender turn zwischen Endneolithikum und Mittlerer Bronzezeit in Mitteleuropa
04.04.2019, WSVA-Jahrestagung 2019, Session "Raum und Geschlecht: Der Spatial Turn in der archäologischen Geschlechterforschung"

Ab der mittleren Bronzezeit scheint die Dichotomie der Geschlechterverhältnisse überregional im Material manifestiert, insbesondere bei den Grabbeigaben. Robb und Harris (2018) haben in ihrer Skizze zum neolithischen Gender deutlich darauf hingewiesen, dass diese Dichotomie sich aber eben nicht durch die gesamte (europäische Vor-)Geschichte durchzieht, sondern noch im Neolithikum Geschlecht als ein Aspekt sozialer Grundordnungen unter mehreren in dem einen Kontext betont werden konnte, in einem anderen hingegen vollständig ausgeblendet. Den Wandel in Definition und Bedeutung des sozialen Faktors „Geschlecht“ verorten sie im 3. Jahrtausend v. Chr. Der Focus des Vortrages wird auf die räumliche Gestaltung von Bestattungen zwischen Endneolithikum und Frühbronzezeit in Mitteleuropa gelegt. Dass mit der Orientierung der Bestatteten vor allem bei den Becherkulturen und manchen frühbronzezeitlichen Kulturgruppen eine bipolare Geschlechterdifferenzierung vermittelt wird, ist allgemein bekannt. Es wird der Frage nachgegangen, ob die strenge Geschlechterdifferenzierung im rituellen Raum sich in personenbezogenen Ausstattungen wiederspiegeln. Welche Rolle spielen beide Komponenten in der sozialen Entwicklung? Denn ab der mittleren Bronzezeit wandelt sich wieder das Bild: Die räumliche Präsentation des Leichnams erfährt geschlechterübergreifend einen Uniformität, während die Differenzierung bei den Beigabenkombinationen erfolgt.

Singen revisited. Gender-related Mobility Patterns and Territoriality in Early Bronze Age Central Europe
15.03.2019, International Workshop "The Creation of Landscapes VI", CAU Kiel

The cemetery of Singen (Lkr. Konstanz, Baden-Württemberg, Germany) is commonly interpreted because of its rich variety of metal objects as one important site in the Early Bronze Age landscape of Central Europe and as a landmark within the development of bronze metallurgy The material includes local and regional types as well as objects from far away like a faience bead in a girl´s grave or the so called Atlantic daggers in the burials of elder men. Also the gender-differentiated burial rites demonstrate influences from different directions. Those results were reasons enough to re-analyse the material of Singen as a case study in the BMBF-research project “life course reconstruction of mobile individuals in sedentary societies in Bronze and Iron Age Central Europe” (Leipzig University, funded 2009-11, publication in preparation). The project included an integration analysis of the material first at the individual level with the question how much foreign, regional and local marks show each grave. In comparison to the known social-archaeological and physical anthropological data and especially to the archaeometric isotope results of the project it was possible to define social groups with different (inter)cultural expressions. The discussion was focused to particular possibilities of those social groups to influence the cultural identity of the Singen community. The paper will pick up the question which relevance has had marks showing a locality or non-locality for the Early Bronze Age people in Singen. Is a territoriality remarkable in the material and burial display of different social groups?

 

Habilitationsprojekt
VillingenDSC04458„Integration fremder Individuen in bronze- und eisenzeitlichen Gesellschaften Süddeutschlands. Eine archäologische Analyse“ im BMBF-Projektverbund „Lebenslaufrekonstruktion mobiler Individuen in sesshaften Gesellschaften“
Das Forschungsvorhaben ging der Frage nach den Wechselbeziehungen zwischen geschlechterspezifischen Mobilitätsstrukturen und dem kulturellen Wandel – ausgelöst durch einen nachhaltigen Technologietransfer – am Beispiel je eines prägnanten Gräberfeldes aus den beiden Innovationshorizonten Frühbronzezeit (Ende 3. Jahrtausend v.Chr.; Gräberfeld von Singen) und Frühe Eisenzeit (7.–5. Jahrhundert v. Chr.; Grabhügel Magdalenenbergle) in Mitteleuropa nach. Als Basis für die weiterführenden Interpretationen diente die Rekonstruktion individueller Lebensläufe anhand archäologischer und archäometrischer Daten. Letztere sind Ergebnisse aus der im Rahmen dieser Arbeit neu entwickelten archäologischen Integrationsanalyse sowie aus der multiplen Isotopenanalyse. Die Verknüpfung von natur- und geisteswissenschaftlichen Methoden ermöglichte die Überprüfung bisheriger Thesen zum Kulturwandel in den betreffenden Perioden sowie konkrete Aussagen zu individuellen Mobilitätsverhalten, die einen neuen Beitrag zur sozialarchäologischen Forschung leisten können. Die Synthese des Projektes obliegt dem archäologischen Teilprojekt.

 

Der hallstattzeitliche Grossgrabhügel von March-Buchheim
In dem Pilotprojekt wurden der Erhaltungszustand und das Forschungspotential eines Großgrabhügels im Breisgau untersucht. Aufgrund der Größe wie auch der Funde aus der Altgrabung von 1884 kann er der exklusiven Gruppe monumentaler Grabbauten der Eisenzeit nördlich der Alpen zugeordnet werden, die eine enge Vernetzung der hallstattzeitlichen Elite erkennen lassen. Anhand der geomagnetischen Prospektion konnte die Altgrabung lokalisiert und neue Befunde erkannt werden. Weitere Ausgrabungen sind aus formalen Gründen derzeit nicht möglich, in Folge des Projektes wurde aber eine Verbesserung der Schutzmaßnahmen für diesen Grabhügel erreicht. In Arbeit ist eine landschaftsarchäologische Analyse als Beitrag für die Ortschronik Buchheim 2018.


Publikationen
Hochdorf VIEin aktuelles Verzeichnis meiner Publikationen finden Sie online <https://independent.academia.edu/JuliaKatharinaKoch> und hier zum Herunterladen.  ≪pdf-Datei Literaturliste≫