Aktuelle Projekte und Forschungsinteressen

Forschungsinteresse

    • Mobilität, kulturelle Kontakte und Technologietransfer in der Bronze- und Eisenzeit Europas
    • Bestattungssitten und -rituale vom Neolithikum bis zur Eisenzeit
    • Archäologische Geschlechterforschung
    • Wissenschaftsgeschichte: Archäologinnen des 19. Jahrhunderts


Aktuelle Vorträge:

Nur Hausfrauen und Krieger? Zur Rekonstruktion von Geschlechterrollen in der Vorgeschichte Europas
07.06.2018, Deutscher Akademikerinnenbund, Ortsgruppe Kiel, Abendvortrag im Schlossrestaurant, 19:30 Uhr

 

Vom Schwarzwald zum Mittelmeer und zurück. Mobilität und Integration in der Frühen Eisenzeit Mitteleuropa
26.04.2018, Deutsches Archäologisches Institut Rom, 18:00 Uhr
In den Metallzeiten Europas ist das kulturelle Netzwerk, das den gesamten Kontinent umfasste, bereits fest etabliert und bildet eine wichtige Grundlage für die Verbreitung von Innovationen und Technologien. Für die Eisenzeit zeichnen sich in Funden und Befunden aber auch Variationen in der Intensität und der Gestaltung dieser Kontakte ab. Mobilität in Nah- und Fernbereiche gehörte demnach sicherlich zu den Handlungsmöglichkeiten einzelner sozialer Gruppen.
Die reichhaltig ausgestatteten Gräber der Westhallstattkulturen bieten eine gute Basis für eine Untersuchung, welche Mobilitätstypen sich in den Grabinventaren tatsächlich abzeichnen und wie sicher sie mit bestimmten sozialen Gruppen oder sogar mit individuellen Lebensläufen zu verbinden sind. Für Bestattungen aus dem Magdalenenbergle bei Villingen (Schwarzwald-Baar-Kr., D) erfolgte die hier vorzustellende Studie im Rahmen des BMBF-Projektes „Lebenslaufrekonstruktion mobiler Individuen in sesshaften Gesellschaften der Metallzeiten Mitteleuropas“ (Uni Leipzig/MPI-EVA Leipzig). Im archäologischen Material zeichnet sich ab, dass in einem Drittel der Grabinventare – vor allem der erwachsenen Individuen – kulturelle Kontakte durch Importstücke oder Imitate deutlich angezeigt wurden, wobei Unterschiede in der regionalen Herkunft der Importe zwischen den Geschlechtergruppen zu erkennen sind. Durch den Vergleich mit den Ergebnissen der Multiple Isotopen-Analyse ergeben sich im Gesamtbild weitere Differenzierungsmöglichkeiten in der Bestimmung einzelner Mobilitätstypen. Weiterführend lässt das Material vom Magdalenenbergle auch eine Verknüpfung von Mobilität, der Demonstration fremder Kontakte in der Tracht und der Genese der späthallstattzeitlichen Frauentrachten zu.
Der Vortrag ist ein Teilprojekt des nachstehenden Habilitationsprojektes. 

 

Habilitationsprojekt:
VillingenDSC04458„Integration fremder Individuen in bronze- und eisenzeitlichen Gesellschaften Süddeutschlands. Eine archäologische Analyse“ im BMBF-Projektverbund „Lebenslaufrekonstruktion mobiler Individuen in sesshaften Gesellschaften“
Das Forschungsvorhaben ging der Frage nach den Wechselbeziehungen zwischen geschlechterspezifischen Mobilitätsstrukturen und dem kulturellen Wandel – ausgelöst durch einen nachhaltigen Technologietransfer – am Beispiel je eines prägnanten Gräberfeldes aus den beiden Innovationshorizonten Frühbronzezeit (Ende 3. Jahrtausend v.Chr.; Gräberfeld von Singen) und Frühe Eisenzeit (7.–5. Jahrhundert v. Chr.; Grabhügel Magdalenenbergle) in Mitteleuropa nach. Als Basis für die weiterführenden Interpretationen diente die Rekonstruktion individueller Lebensläufe anhand archäologischer und archäometrischer Daten. Letztere sind Ergebnisse aus der im Rahmen dieser Arbeit neu entwickelten archäologischen Integrationsanalyse sowie aus der multiplen Isotopenanalyse. Die Verknüpfung von natur- und geisteswissenschaftlichen Methoden ermöglichte die Überprüfung bisheriger Thesen zum Kulturwandel in den betreffenden Perioden sowie konkrete Aussagen zu individuellen Mobilitätsverhalten, die einen neuen Beitrag zur sozialarchäologischen Forschung leisten können. Die Synthese des Projektes obliegt dem archäologischen Teilprojekt.

 

Der hallstattzeitliche Grossgrabhügel von March-Buchheim
In dem Pilotprojekt wurden der Erhaltungszustand und das Forschungspotential eines Großgrabhügels im Breisgau untersucht. Aufgrund der Größe wie auch der Funde aus der Altgrabung von 1884 kann er der exklusiven Gruppe monumentaler Grabbauten der Eisenzeit nördlich der Alpen zugeordnet werden, die eine enge Vernetzung der hallstattzeitlichen Elite erkennen lassen. Anhand der geomagnetischen Prospektion konnte die Altgrabung lokalisiert und neue Befunde erkannt werden. Weitere Ausgrabungen sind aus formalen Gründen derzeit nicht möglich, in Folge des Projektes wurde aber eine Verbesserung der Schutzmaßnahmen für diesen Grabhügel erreicht. In Arbeit ist eine landschaftsarchäologische Analyse als Beitrag für die Ortschronik Buchheim 2018.


Publikationen
Hochdorf VIEin aktuelles Verzeichnis meiner Publikationen finden Sie online <https://independent.academia.edu/JuliaKatharinaKoch> und hier zum Herunterladen.  ≪pdf-Datei Literaturliste≫